Zahnarzt Dr. Jens Dreißig in Dinkelsbühl

Die wichtigsten Fakten zum Thema Weisheitszähne

 

Für die Nahrungsaufnahme selbst haben Weißheitszähne kaum noch Bedeutung.

Für die Nahrungsaufnahme selbst haben Weißheitszähne kaum noch Bedeutung.

Insgesamt besitzen wir Menschen schon bei der Geburt die Anlage für 8 Schneidezähne, 20 Backenzähne und 4 Eckzähne. Die Weisheitszähne zählt man zu den Backenzähnen. Sie wachsen meist ab dem 16. Lebensjahr und jeder einzelne Weisheitszahn befindet sich jeweils ganz weit hinten im unteren und im oberen Kieferbereich. Bei Spätzündern können Weisheitszähne sogar erst im hohen Alter wachsen. Bei einigen Menschen sind die Kiefer zu eng, dass die Weisheitszähne keinen Platz mehr haben.

Auch kann es vorkommen, dass die Zähne im Kieferknochen zurückbleiben oder schief aus dem Kiefer herauswachsen und die anderen Zähne im Kieferbereich verschieben. Manche Zahnwurzeln in der Nachbargegend der Weisheitszähne können sich beim Herauswachsen der Weisheitszähne entzünden.

 

Die Schmerzen sind hier meist unerträglich und neben Schluckbeschwerden, Schwellungen und Ohrenschmerzen können sich auch Abszesse bilden. Bei allen Beschwerden kann nur ein medizinischer Eingriff helfen. Die störenden Weisheitszähne müssen auf dem schnellsten Weg entfernt werden.

 

 

Wozu sind Weisheitszähne gut?

Die sogenannten Molaren besitzen drei bis fünf Höcker und unterschiedliche Wurzelarten. Bei der Untersuchung beim Zahnarzt werden die Weisheitszähne als Achter bezeichnet. Einige Menschen besitzen sogar Neuner. Das sind die sogenannten Distomolaren, Weisheitszähne, die meist hinter den Achtern wachsen.Aufgrund der heutigen Essgewohnheiten haben die Weisheitszähne ihre ursprüngliche Funktion verloren. Für die Nahrungsaufnahme selbst haben sie kaum noch Bedeutung.

 

 

Wann ist die Entfernung von Weisheitszähnen notwendig?

Auch wenn das die nicht von uns bevorzugte Methode ist, wenn die Weisheitszähnen nicht zu tief sitzen, können sie auch ohne eine Operation entfernt werden.

Auch wenn das die nicht von uns bevorzugte Methode ist, wenn die Weisheitszähnen nicht zu tief sitzen, können sie auch ohne eine Operation entfernt werden.

Nur bei Beschwerden ist es sinnvoll, die Weisheitszähne entfernen zu lassen. Man muss sich auch keine Gedanken darüber machen, dass die anderen Backenzähne in Mitleidenschaft gezogen werden. Ganz im Gegenteil – jetzt haben die anderen Zähne Platz und eine mögliche Entzündung klingt nach einer medizinischen, meist medikamentösen Behandlung schnell wieder ab.

Je nachdem, wie die Weisheitszähne gewachsen oder noch im Kiefer verankert sind, müssen unterschiedliche Maßnahmen angesetzt werden. Sind die Zähne schon herausgewachsen, dann kann dieser während der Behandlung ganz leicht herausgezogen werden. Sitzt der Weisheitszahn etwas tiefer, dann ist eine Operation notwendig.

 

 

Was passiert bei einer Operation der Weisheitszähne?

Die Operation selbst erfolgt meist nicht bei einem Zahnarzt, sondern bei einem Kieferchirurgen. Vor dem vereinbarten Termin wird der Patient erst einmal gründlich untersucht. Dabei werden einige Röntgenbilder vom betreffenden Bereich gemacht und gleichzeitig abgeklärt, ob alle naheliegenden Backenzähne noch intakt sind. Bei manchen Patienten ist eine Weisheitszahn-OP nicht notwendig, da die Weisheitszähne fehlende oder stark geschädigte Backenzähne ersetzen können.

Die Weisheitszahn-OP im Dämmerschlaf zu verbringen, ist für viele Patienten sehr angenehm.

Die Weisheitszahn-OP im Dämmerschlaf zu verbringen, ist für viele Patienten sehr angenehm.

Vor der Operation muss zudem abgeklärt werden, ob man eine Vollnarkose benötigt oder ob eine örtliche Betäubung bereits ausreicht. Die Operation im Dämmerschlaf oder mit Lachgas sind ebenfalls möglich, werden allerdings von den gesetzlichen Krankenkassen nicht anerkannt. Besitzt man eine Zahnzusatzversicherung, dann sollte man auch hier nachfragen, ob Kosten für eine Vollnarkose, Dämmerschlaf oder Lachgas übernommen werden. Bei der örtlichen Betäubung werden die Schmerzrezeptoren an der Operationsstelle mit einer Injektion betäubt. Der Patient schläft nicht, sondern erlebt den Eingriff bewusst mit. Die Vollnarkose wird in einer Zahnklinik vorgenommen.

Hier arbeiten Kieferchirurgen, Kieferorthopäden mit Anästhesisten zusammen. Der Patient wird intravenös oder per Maske narkotisiert und bleibt nach der Operation zur Beobachtung in der Klinik. Beim Dämmerschlaf ist der Patient bei vollem Bewusstsein und ist dennoch so betäubt, dass alle Muskeln entspannt und das Schmerzempfinden ausgeschaltet sind. Wirkt der Dämmerschlaf nicht, dann wird eine zusätzliche örtliche Betäubung verabreicht. Lachgas wird per Nasenmaske verabreicht. Wie beim Dämmerschlaf und bei der Vollnarkose werden die Vitalfunktionen vom Anästhesisten überprüft. Auch hier ist der Patient bei Bewusstsein und betäubt. Etwa eine halbe Stunde nach dem Eingriff kann man die Klinik wieder verlassen.

Je nachdem wie viele Probleme der Patient mit seinen Weisheitszähnen hat, müssen alle oder nur ein Teil entfernt werden. Aus dem Oberkiefer lassen sich die Weisheitszähne wesentlich leichter entfernen als aus dem Unterkiefer. Da die Zähne, die operativ entfernt werden müssen, meist etwas tiefer im Kiefer liegen, muss der Operateur das Zahnfleisch und überragende Knochenteile entfernen. Der Weisheitszahn kann dann komplett aus dem Kiefer herausgelöst oder schichtweise abmontiert werden. Danach wird der Operationsbereich vernäht und die Wunden behandelt. Die Operation eines Weisheitszahns kann zwischen 20 Minuten und einer Stunde dauern.

 

 

Was kann während einer Weisheitsoperation schief gehen und was passiert danach?

Natürlich ist auch der Mundbereich nach einer Operation nicht vor Infektionen gefeit. Deshalb behandelt der Kieferchirurg oder Kieferorthopäde die Operationsstelle mit Antibiotika. In manchen Fällen kann es passieren, dass die Nachbarzähne beschädigt oder die Nerven stark gereizt oder beschädigt werden. Auch der Abheilungsverlauf ist der Wunde ist bei jedem Patienten unterschiedlich. Ist der Kiefer schon vor der OP stark beschädigt, dann kann es zu einem Kieferbruch kommen.

Meist passiert das beim Unterkiefer. Starke Blutungen werden mit einem Stoffstreifen entgegengewirkt. Sie verbleiben etwa zwei Tage im Mundraum und sorgen für einen reibungslosen Abfluss. Direkt nach dem Eingriff, sobald die Betäubung nachlässt, spürt man meist einen leichten Schmerz oder ein Druckgefühl. Postoperative Infektionen und ein geschwächtes Geschmacksempfinden sind ebenfalls nach einer Weisheitszahn-OP möglich. Wer allerdings die Vorgaben des behandelnden Arztes beachtet und sich nach dem Eingriff danach richtet, muss meist keine Komplikationen befürchten.

 

 

Was sollte man nach einer Weisheitszahnoperation unbedingt beachten?

Nach einer ambulanten Operation sollte man niemals selbst mit dem Auto nach Hause fahren und sich von einem Familienangehörigen oder einer anderen nahestehenden Person abholen lassen. Auf keinen Fall sollte man Sport treiben, rauchen, Kaffee trinken und harte Lebensmittel essen. Gegen Schwellungen helfen Coolpacks, kühle Umschläge oder eingewickelte Eiswürfel, die man an die Wange hält und die betreffende Stelle kühlt. Auch helfen homöopathische Mittel und gekühlter Salbei- oder Kamillentee.

Da man nach der Weisheitszahn-OP die Zähne nicht mit einer Zahnbürste reinigen kann, hilft eine antibakterielle Spülung. Bis man wieder normal essen kann, sollte man weiche Lebensmittel, z.B. Gemüse- oder Kartoffelbrei, Suppe oder Fruchtmus zu sich nehmen. Gegen die Schmerzen erhält man vom Zahnarzt oder Chirurgen ein gut wirkendes Schmerzmittel. Die Fäden werden nach etwa 7 bis 10 Tagen gezogen.